Eine häufig gestellte Frage in meiner Praxis
„Kann Hypnose traumatische Erinnerungen verfälschen oder verstärken?“ – diese Frage höre ich immer mal wieder – sowohl von Klienten als auch von Hypnose-Interessierten.
Hier schon einmal vorab meine Antwort dazu: „Ganz im Gegenteil!„
Die ursachenorientierte Hypnose – insbesondere das Simpson Protocol® – ist ein hervorragendes Werkzeug, um Erinnerungen zu analysieren, neu zu bewerten, neu zu schreiben und traumatische Erinnerungen auf diese Weise sogar vielfach vollständig aufzulösen – direkt noch in der gleichen Sitzung.
Mit dem Simpson Protocol® („Hypnose ohne Worte“) bekommst Du von diesem Prozess so gut wie nichts mit, da hier nur Dein Überbewußtsein mit ideomotorischen Fingerzeichen antwortet und Du während der Behandlung selbst nicht sprechen mußt – schon mal gar nicht über Dein Thema, das Dich vielleicht gerade belastet.
Sanfter und schonender geht es nicht.
Wie das Unterbewusstsein Erinnerungen speichert

Entscheidungen treffen mit der Kraft Deiner Intuition
Protokolliere mit meinem Intuitionstracker Deine wichtigen Entscheidungen. Triffst Du sie mit dem Verstand oder aus dem Herzen? Sei gespannt, was die Auswertung ergibt. Was ist „besser“? Kopf oder Intuition? Du wirst sehr überrascht sein.
Um über Re-Traumatisierung bzw. die Verstärkung oder Modifizierung von Erinnerungen diskutieren zu können, ist es zuerst wichtig für Dich, zu verstehen, wie Dein Unterbewußtsein arbeitet.
Unser Unterbewusstsein speichert jede Erfahrung zeitbezogen.
Das bedeutet: In dem Moment, in dem wir etwas erleben, speichern wir dieses Erlebnis mit allen Gefühlen, Gedanken, Interpretationen ab – zu diesem Zeitpunkt. Aber auch mit unserem Wissen bzw. unserer „Reife“, die wir zu genau diesem Zeitpunkt hatten.
So ist es – wie Du jetzt erahnen kannst – ein grundsätzlicher Unterschied, ob wir eine traumatische Situation in unserer Kindheit oder im Erwachsenenalter erlebt haben.
Wenn eine bestimmte Erfahrung in der Kindheit passiert, fehlt uns noch Lebenserfahrung. Ein Kind ist in vielen Situationen hilflos. Es muß also nichts Dramatisches passieren, damit ein Kind auch „unbedeutende“ Ereignisse viel schneller als Gefahr oder Bedrohung abspeichert, denen es wehrlos ausgeliefert ist. Echte traumatische Erfahrungen hinterlassen aber deswegen bei Kindern besonders tiefe Spuren.
Passiert ein traumatisches Ereignis im Erwachsenenalter, läuft der innere Bewertungsprozess anders. Wir verarbeiten Ereignisse von Anfang an mit dem Erfahrungsschatz eines Erwachsenen.
Unbedeutende Kleinigkeiten speichern wir als Erwachsener grundsätzlich nicht mehr als „Trauma“ ab. Bei traumatisierenden Vorfällen sind es aber hier oft weniger die Vorfälle selbst, die uns belasten, sondern unsere Gedanken danach:
Gedanken wie: „Hätte ich doch anders gehandelt, dann wäre es nicht passiert.“
Es entstehen vielleicht auch Schuldgefühle, ein schlechtes Gewissen oder auch intensive Gefühle von Scham oder Schande. Oft wird das Selbstwertsystem auch durch einen Vorfall beschädigt.
Viele Betroffene beginnen danach, ein schlimmes Ereignis gedanklich immer wieder durchzugehen, um herauszufinden, wie sie es hätten verhindern oder sich anders verhalten können. Das Trauma selbst wird dabei nicht akzeptiert, sondern ständig neu hinterfragt. Die eigentliche Dramatik entsteht dann nicht ausschließlich durch das Ereignis, sondern zusätzlich durch die anhaltenden Selbstvorwürfe und Bewertungen im Nachhinein.
Besonders jene Gedanken rund um ein Traumaereignis lassen sich in Hypnose sehr gut gegen hilfreichere und realistischere Überzeugungen austauschen – Überzeugungen, die der heutigen Realität entsprechen und vor allem den inneren Frieden wiederherstellen können. Dies ist ein bedeutender und wichtiger Schritt für die Aufarbeitung.
Damit es nicht zu theoretisch ist, möchte ich Dir gerne die Unterschiede an zwei Beispielen verdeutlichen:
Traumata in der Kindheit: Alles Unbekannte löst bereits ein Alarmsignal aus
Viele Traumata aus der Kindheit, die uns bewußt sind, sind eigentlich Folgetraumata. Sie „folgen“ einem bestimmten Ursprungstrauma bzw. ziehen es immer wieder wie magisch an – und stellen uns vor die Prüfung. Es ist eine Eigenschaft unseres Unterbewußtseins, für uns Lernaufgaben anzuziehen, mit denen wir wachsen und uns weiterentwickeln sollen. Es ist wie ein unsichtbarer Magnetismus – wir nennen es Resonanzwirkung.
Beispiel: Mobbing in der Schule
Mobbing trifft oft auf Kinder, die bereits in früher Kindheit gelernt haben, dass „etwas mit ihnen nicht stimmt“ oder daß sie in irgendeiner Weise ein Sonderling sind. Das ist eigentlich das Ursprungstrauma – wird aber kaum bewußt wahrgenommen.
Wenn jemand bereits als Kleinkind von Erziehungspersonen gehört hat „Du kannst das nicht“ oder „Du mußt immer aus der Rolle tanzen“, werden sie das Gefühl „ich bin ein Sonderling“ bereits im Kleinkindalter fest verankert haben.
Mit Mobbing-Opfern ist absolut nichts „falsch“ – vielmehr dürfen sie sich glücklich schätzen, denn sie haben die Chance erhalten, als Mobbingopfer wirksame Methoden zu entwickeln gegen kränkende oder wenig wertschätzende Erlebnisse aus vergangener Zeit in ihrem Elternhaus. Oder aufgrund einer Besonderheit in ihrem Verhalten, die zu ihnen gehört – oder wegen einer krummen Nase oder abstehenden Ohren. Sie lernen, wie sie sich z.B. besser wehren und mit Angriffen von außen besser umgehen können.
Mag sein, daß diese Aussagen polarisierend wirken – denn wenn wir wählen könnten, würden wir uns Mobbingerlebnisse selbstverständlich nie freiwillig auswählen. Doch wir lernen nun einmal nur durch Konfrontation mit einer früheren Wunde und durch das Verlassen unserer Komfortzone. Wenn wir es selbst nicht tun, wird uns das Leben so etwas „schenken“… Das betrifft übrigens nicht nur Kinder. Es ist bei Erwachsenen dasselbe: Aufgaben, die wir lernen sollen, werden wir früher oder später vorgesetzt bekommen.
Es gibt aber auch gegenteilige Fälle, denn Opfer von Mobbing werden nicht nur Kinder mit angeschlagenem Selbstbewußtsein. Viele Kinder übernehmen z.B. aufgrund einer speziellen familiären Situation schon als Kleinkind Erwachsenen-Verantwortung und haben dadurch sogar ein sehr ausgeprägtes Selbstbewußtsein. Sie entwickeln darüber hinaus in solchen Situationen eine ausgeprägte Empathie und analysieren „präventiv“ feinfühlig das Verhalten anderer. Das geschieht meist nicht auf einer rein emotionalen Basis, wie Kinder das normalerweise tun – sondern oft schon mit sehr viel analytischem Denken und ähnlichem Tiefsinn wie ein Erwachsener. Diese „Altklugheit“ geht oft auch zusätzlich einher mit überdurchschnittlichen schulischen Leistungen.
Mobber agieren selbst aufgrund eines niedrigen Selbstwertes. Mitschüler, die durch ihre Vergangenheit wie oben beschrieben vorbelastet sind, überfordern und triggern Mobber erheblich.
Wir halten also ganz allgemein fest: Gemobbt werden meistens Menschen, die „anders“ sind. Anders im Denken, anders in ihrer Entwicklung, anders in ihrem Aussehen. Anders durchaus auch im positiven Sinne – Mobber entscheiden nicht bewußt, auf welches „anders“ sie anspringen.
Langfristige Folgen bei Mobbing-Opfern können sein:
- Überempfindlichkeit bei Kritik
- Rückzug bei Angriffen
- Dauerhafte Alarmbereitschaft
- Ängste und Panikstörungen
Doch auch das Gegenteil kann beobachtet werden:
- Übertriebene Grenzsetzung
- Überzogene Reaktionen (auch sehr impulsive, emotionale)
- Absicherungs- und Kontrollzwänge
- Perfektionismus
- Übertriebenes Selbstbehauptungs-Verhalten
Wenn Gewalt oder massive Grenzüberschreitungen hinzukommen
Das Gefühl von Hilflosigkeit kann sich tief einprägen. Später genügen kleinste Auslöser, um alte Angst- und Stressreaktionen erneut zu aktivieren.
Traumata im Erwachsenenalter: Wenn das Weltbild ins Wanken gerät
Beispiel: Unfall oder Schockerlebnis
Ein Unfall, ein plötzlicher Todesfall oder eine extrem belastende Erfahrung kann Gedankenschleifen auslösen:
- „Hätte ich es verhindern können?“
- „Warum trifft es ausgerechnet mich?“
- „Wie konnte so etwas geschehen?“
- „Ich werde niemals darüber hinwegkommen.“
Traumatische Erlebnisse haben oft eine kognitive Dissonanz zur Folge. Kognitive Dissonanz entsteht, wenn ein Erlebnis nicht ins bisherige Weltbild passt. Manche Betroffene verharren nach dem Verlust wichtiger Menschen z.B. in einer Trauerschleife, leben innerlich nur noch in der Vergangenheit. Andere gehen seither nicht mehr aus dem Haus und vermeiden den Kontakt mit Menschen (Soziophobie). Andere werden depressiv. Dies alles sind Schutzmechanismen unseres Unterbewußtseins, um unsere Gefühlswelt abzuschotten und uns vor weiterem Schmerz zu bewahren. Doch auf Dauer gesehen schützen diese Mechanismen uns weniger, als daß sie uns schaden.
Wenn Gewalt oder massive Grenzüberschreitungen geschehen sind
Hier kommt zum Schock oft noch der Verlust des Grundvertrauens hinzu – in sich selbst und in andere. Manche Menschen entwickeln extreme Vorsicht oder ziehen sich emotional vollständig zurück.
Wie Hypnose helfen kann: Ein „Update“ für Deine Erinnerung
In Hypnose können wir belastende Erinnerungen, Gedankenschleifen, Flashbacks (häufig bei PTBS…posttraumatischer Belastungsstörung) mit unserem heutigen Wissen oder einem wirklich realistischen Bild aktualisieren und somit neu bewerten.
Das Unterbewusstsein kann nicht unterscheiden, ob wir etwas live erleben oder intensiv in Gedanken durchspielen. So können wir nachträglich Ressourcen und Informationen einfügen, z.B.:
- „Ich habe die Situation in meiner Kindheit überdramatisiert“
- „Ich bin heute erwachsen und nicht mehr so hilflos wie damals.“
- „Ich kann heute die Ereignisse vollkommen neu einordnen.“
- „Ich habe heute Fähigkeiten, die ich damals nicht hatte.“
- „Ich habe heute Wissen, das ich damals nicht hatte.“
- „Nichts und niemand außer mir hat das Recht, mich zu bewerten.“
- „Ich darf meine eigene Wahrheit besitzen und auch vertreten.“
- „Ich verstehe heute die Vorkommnisse besser und weiß, daß ich nicht dafür verantwortlich war.“
- „Ich weiß, daß es ein Erlebnis meiner Vergangenheit war und darf nun lernen, es zu akzeptieren.“
- „Wenn ich mich dafür entscheide, kann der heutige Tag mein Neuanfang sein.“
… und vieles mehr. Das Ereignis verliert seine bedrohliche Wirkung – Schuld, Scham, Grauen und Trauer können sich lösen – und damit auch korrespondierende Symptome, Schutzmechanismen und einschränkende Verhaltensmuster. Mit dieser gewachsenen Erkenntnis entsteht echte geistige Freiheit.
Das Simpson Protocol®: Sanfte Trauma-Arbeit ohne Worte
Das Simpson Protocol® ist eine ganzheitliche Hypnosemethode, die sogar ohne Worte funktioniert. Du musst nicht über das Ereignis sprechen oder es erneut durchleben. In Tiefenhypnose kommunizieren wir über ideomotorische Fingerzeichen mit Deinem Überbewusstsein. Dein Überbewußtsein kennt den sichersten Weg zu Deiner ganz individuellen Lösung und handelt stets zu Deinem höchsten Wohl und Nutzen. Du kannst ihm voll vertrauen und Dich auf den Prozess einlassen. Es ist Dein höheres Selbst, die Quelle Deiner Intuition und der Wächter über Dein Leben.
Vorteile:
- Keine Thematisierung oder Verbalisierung des Traumas nötig
- Sanfte und schonende Bearbeitung
- Funktioniert sogar auch ganz ohne Sprache
- Keine belastenden Gefühle werden hervorgeholt
💡 Ergebnis: Aus einer schmerzhaften Wunde wird eine neutrale Erinnerung – ohne emotionale Ladung.
Wenn Du die Wirkung selbst erleben möchtest, lade ich Dich herzlich zu meinem Workshop „Hypno-Experience“ ein. Die Termine meiner Workshops findest Du hier. Falls der Workshop in nächster Zeit nicht angeboten wird, schreib mir gerne, und ich informiere Dich, sobald er wieder stattfindet.
Herzlich,
Dein Stefan
Stefan Randa
Hypnose- und Transformationscoach
P.S. Du kannst Dich dafür entscheiden, daß der heutige Tag ein Neuanfang für Dich sein darf. Es bedarf tatsächlich nur dieser Entscheidung. Egal, wieviel Du bisher bereits mit mehr oder weniger Erfolg versucht hast – Hypnose kann der entscheidende Schlüssel zur Lösung für Dich sein. Laß uns gerne in einem persönlichen Gespräch in vertraulicher Umgebung über Dein Erlebnis und die Möglichkeiten sprechen, die Hypnose Dir bieten kann. Hier kannst Du kostenfrei einen Termin mit mir vereinbaren.
*Disclaimer: Als Hypnose-Coach darf ich keine Heilversprechen geben. Dein erster Schritt in allen medizinischen Belangen sollte stets die Konsultation eines Arztes oder Psychotherapeuten deines Vertrauens sein. Hypnose ist in Deutschland seit 2006 als Psychotherapie-Methode wissenschaftlich anerkannt. Die besonders direkte und vor allem nachhaltige Wirksamkeit der ursachenorientierten Hypnose bei vielerlei Symptomatiken ist in zahlreichen Studien belegt.





