TRANCE
noun
/trɑːns/
Deep Relaxation and Absorption StateA natural state of focused awareness and deep inner absorption in which conscious control softens while perception shifts inward – without sleep, unconsciousness or loss of control.
Trance wird oft mit Tiefe, Kontrollverlust oder sogar psychedelischen Zuständen oder Koma gleichgesetzt. Doch Trance ist ein vollkommen natürlich Alltagszustand, den wir täglich viele Male erleben. Dieser Artikel zeigt, was unter Trance – auch im Kontext der verschiedenen Hypnosezustände – wirklich verstanden werden darf, welche Rolle die „Tiefe“ der Hypnose in der Praxis tatsächlich spielt – und warum sie für nachhaltige Veränderung meist weit weniger entscheidend ist, als viele vermuten.
Vergleichstabelle: Trance vs. Schlaf, Koma, Bewusstlosigkeit, Meditation
Wenn Menschen an Hypnose denken, denken sie meist an etwas Außergewöhnliches. An Kontrollverlust, an Wegsein, an einen Zustand, in dem „etwas mit einem gemacht wird“. Genau dieses Bild ist es, das viele verunsichert – und gleichzeitig verhindert, dass Hypnose als das erkannt wird, was sie in Wahrheit ist:
Ein zutiefst natürlicher Zustand.
In dieser Tabelle habe ich für Dich einige typische Bewußtseinszustände aufgelistet und sie für Dich differenziert betrachtet:
| Zustand | Bewusstsein | Kontrolle | Wahrnehmung | Reaktion möglich | Ziel |
|---|---|---|---|---|---|
| Trance (u.a. Hypnose) | wach & präsent | vorhanden | nach innen gerichtet | jederzeit möglich | Zugang zu inneren Prozessen |
| Schlaf | stark reduziert | keine | überwiegend abgeschaltet | eingeschränkt | körperliche Regeneration |
| Koma | nicht vorhanden | keine | keine bewusste Wahrnehmung | nicht möglich | medizinischer Zustand |
| Bewusstlosigkeit | nicht vorhanden | keine | keine | nicht möglich | Schutzreaktion |
| Meditation | wach & beobachtend | vorhanden | nach innen gerichtet | jederzeit möglich | Achtsamkeit & Präsenz |
Trance wird häufig mit Schlaf, Bewusstlosigkeit oder gar Koma verwechselt. Tatsächlich unterscheidet sich Trance grundlegend von all diesen Zuständen. Während Bewusstsein und Kontrolle in Trance jederzeit erhalten bleiben, verschiebt sich lediglich der Fokus der Wahrnehmung nach innen.
Meditation ähnelt der Trance in vielen Aspekten, verfolgt jedoch ein anderes Ziel: Beobachtung statt gezielter Veränderung.
Hypnose nutzt den Trancezustand bewusst, um innere Prozesse gezielt zu aktivieren – ohne Schlaf, ohne Wegsein und ohne Kontrollverlust.

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Trance – was wirklich in uns passiert und wie es sich anfühlt
Trance ist kein Sonderzustand für wenige Auserwählte. Sie ist ein fester Bestandteil unseres Alltags. Jeder kennt sie: Vielleicht vom Autofahren. Du fährst eine vertraute Strecke, die Straße ist ruhig, es ist vielleicht sogar schon dunkel. Dein Blick ruht auf der Fahrbahn, Dein Körper tut automatisch das Richtige – schalten, lenken, bremsen. Und währenddessen bist Du mit Deinen Gedanken ganz woanders. Beim Einkaufszettel für morgen. Bei einem Gespräch, das noch ansteht. Bei einer Erinnerung. Niemand würde in diesem Moment sagen, Du hättest die Kontrolle verloren. Im Gegenteil: Du bist entspannt, fokussiert und gleichzeitig innerlich frei.
Oder beim Lesen eines Buches, beim Hören von Musik, beim Schauen eines spannenden Films, der Dich fesselt. Die Umgebung tritt in den Hintergrund,
Dein Fokus richtet sich nach innen. Genau das ist Trance.
Hypnose nutzt diesen Zustand – ganz bewusst, gezielt – mit Worten – und in einem stets geschützten Rahmen.
Warum wir in der Hypnoanalyse überhaupt mit Trance arbeiten
Veränderung scheitert selten am Wissen. Die meisten Menschen wissen sehr genau, was ihnen guttut, was sie verändern möchten, welche Entscheidungen eigentlich stimmig wären. Und trotzdem bleiben sie stehen.
Der Grund dafür liegt fast nie im fehlenden Willen, sondern in fehlender innerer Sicherheit.
Im normalen tagesbewußten Zustand ist unser Verstand damit beschäftigt, zu prüfen, zu bewerten, Risiken abzuwägen. Er ist ein wirklich hervorragender Beschützer – aber ein schlechter Begleiter, wenn es um tiefgreifende innere Veränderungen geht. Denn diese sind unter Mitwirkung des Bewußtseins nur schwer möglich. Es will uns mittels kritischer Beobachtung, Filterung und Bewertung ständig schützen und vor Unheil bewahren. Dieser wachende Teil unseres Bewußtseins, unser „kritischer Faktor“, wirkt wie eine Firewall zwischen Bewußtsein und Unterbewußtsein – er läßt in keine Richtung etwas hindurch.
Genau hier setzt Trance an:
In Trance entsteht Sicherheit. Ängste treten zurück. Der sogenannte „kritische Faktor“, jene zuvor beschriebene Instanz unseres Bewußtseins, die alles kommentiert, kontrolliert und absichert, darf hier in eine Beobachterrolle wechseln. Unsere Firewall, unser „Türsteher“, wird nicht ausgeschaltet, nicht übergangen, aber beruhigt. Genau dadurch wird es möglich, etwas zu hören, das im Alltag oft übertönt wird: Die eigene innere Wahrheit. Wir können auf gespeicherte Informationen in unserem Unterbewußtsein zugreifen, die vorher für uns verschlossen waren – und wir können unserem Unterbewußtsein Vorschläge unterbreiten, die sonst nie zu ihm durchdringen könnten.
Und ja – diese Veränderungsarbeit ist durchaus auch im „Wachzustand“ möglich. Wir sprechen besser vom „tagesbewußten Zustand“, denn wir schlafen in Hypnose ja nicht. Es gibt Gesprächsformen, Coaching-Ansätze, die sich dieser sogenannten Wachhypnose bedienen. Hier wird mit einer besonderen Form von Sprache gearbeitet, die die Prüfinstanz des Verstandes bereits absenken kann, ohne dass die Augen dabei geschlossen werden müssen – und ganz ohne die typischen Hypnoseeinleitungen. Coaching mit Hilfe der Wachhypnose gehört auch zu meiner Arbeit und läßt sich wunderbar kombinieren.
Wir halten fest: Trance bietet etwas Einzigartiges. Sie schafft einen inneren Raum, in dem Sicherheit nicht erst hergestellt werden muss – das Sicherheitsgefühl ist einfach bereits automatisch da. Aus dieser Sicherheit heraus können nun Entscheidungen getroffen werden. Ohne Angst, ohne Bewertung, ohne inneren Widerstand.
Hypnose- und Trancezustände – ein kurzer Überblick
In der Hypnose gibt es unterschiedliche Tiefen und Zustände. Es existieren verschiedene Zustandsmodelle, doch sie unterscheiden sich nur in der Benennung der Zustände. Im Kern folgen sie alle derselben Logik. Für manche Hypnose-Anwendungen ist definitiv ein ganz bestimmter Hypnosezustand notwendig. In den meisten Fällen jedoch hängt die verwendete Hypnosetiefe vom Klienten und der Tagesform ab, sodaß eine individuelle Handhabung seitens des Hypnotiseurs meist sinnvoller und hilfreicher ist, anstatt streng nach Lehrbuch zu verfahren.
Man spricht klassisch von:
- Leichte Trance
Ein entspannter, fokussierter Zustand. Der Verstand ist präsent, aber ruhig. Dieser Zustand reicht für viele Themen bereits vollkommen aus. - Mittlere Trance
Die Aufmerksamkeit ist stärker nach innen gerichtet. Innere Bilder, Gefühle und Wahrnehmungen werden klarer. - Tiefe Trance / Somnambulismus
Der klassische Arbeitszustand in der Hypnose (wie auch in der Showhypnose). Das bewusste Kommentieren tritt deutlich zurück, innere Prozesse laufen unmittelbar und ungefiltert ab. Der Klient ist hier hochsuggestibel (Zahlen vergessen, Zitrone schmeckt nach Banane), Zeitsprünge in positive und negative Momente des Lebens sind hier ohne Filter möglich, Emotionen werden nicht mehr aus Scham oder sonstiger bewußter Kontrolle zurückgehalten – aufgestaute Gefühle wie z.B. Wut, Zorn, Angst oder Panik brechen ungefiltert heraus (hypnotische Abreaktion). Der geschulte Hypnotiseur lenkt und kontrolliert diese emotionalen Reaktionen und nutzt sie gezielt zum Erreichen der gesetzten Ziele. - Esdaile-Zustand (auch „Hypnotisches Koma“)
Der Esdaille State ist ein sehr tiefer, außergewöhnlich entspannter Hypnose-Zustand, benannt nach James Esdaile1, einem schottischen Chirurgen des 19. Jahrhunderts, der diesen Zustand erstmals dokumentierte. In diesem Zustand kam es zu tiefer Schmerzfreiheit und vollständiger innerer Loslösung – Esdaile führte erstmals vollständig ohne Narkose erfolgreiche Operationen durch. Überliefert ist, dass Klienten diesen Zustand als so wohltuend erlebten, dass sie ihn ungern wieder verließen. Historisch beschrieben sind auch verschiedene Wege, Menschen aus diesem Zustand zurückzuführen – teils über körperliche Bedürfnisse, teils über klare verbale Setzungen (später: Ankerung). Entscheidend ist: Auch aus tiefster Trance gibt es immer einen Weg zurück. Auch heute wird der Esdaile State nach wie vor als Narkose-Ersatz bei Operationen verwendet, am häufigsten jedoch bei der Behandlung von chronischen Schmerzpatienten (Schmerzfreiheit mit Hypnose). - Sichort-Zustand
Benannt nach Walter Sichort2, der diesen besonderen Zustand beschrieb. Er ist gekennzeichnet durch eine extreme Reduktion äußerer Wahrnehmung bei gleichzeitig hoher innerer Klarheit. Dieser tiefe Hypnose-Zustand findet in der Praxis Anwendung im Mind-To-Mind-Healing, bei der Schmerzbefreiung mit Hilfe der Hypnose und zur Beschleunigung der Rehabilitation und Heilung nach Operationen oder traumatischen Erfahrungen. Er kann augenblicklich Körper und Geist von belastenden Wahrnehmungen psychischer wie auch physischer Art befreien.
Der Sichort-Zustand wird auch als „Ultra Depth„3 bezeichnet. Ultra-Depth steht aber auch ganz allgemein als Sammelbegriff für extrem tiefe Trancezustände, die jedoch meistens außerhalb der regulären therapeutischen Arbeit liegen. Die meisten dieser Zustände sind weder Ziel noch Voraussetzung für wirksame Hypnose und spielen im Praxisalltag eher eine untergeordnete Rolle.
Jenseits fester Hypnosezustände – wenn Dein Geist selbst den richtigen Weg wählt
In der Geschichte der Hypnose wurden immer wieder besondere Zustände beschrieben, die mit außergewöhnlicher Tiefe, Klarheit oder Lösungsfähigkeit einhergehen. Dazu zählt beispielsweise der UltraHIGH®-Zustand, der von Jerry Kein, dem Begründer der OMNI-Hypnose, beschrieben wurde. Dieser Zustand wird als eine Form außergewöhnlicher Klarheit erlebt, in der sich manche Menschen subjektiv sogar wacher fühlen als im klassischen Somnambulismus – teils mit dem Eindruck, gar nicht mehr in Hypnose zu sein.
Solche Beschreibungen zeigen vor allem eines: Hypnose ist kein starres System, sondern ein dynamischer Erfahrungsraum. Gleichzeitig wurde in der klassischen Hypnosearbeit deutlich, dass viele dieser besonderen Zustände lange Induktionen erforderten, nicht zuverlässig erreichbar waren und oft mehrere Anläufe nötig machten.
Fast alle modernen hypnotherapeutischen Ansätze gehen übrigens diesen „befreiteren“ Weg. Statt einen bestimmten Zustand „erzwingen“ zu wollen, wird das innere System des Klienten selbst einbezogen:
Das Simpson Protocol® – der magische Schlüssel zu jeder Hypnosetiefe
Im Simpson Protocol® etwa steht nicht die Hypnosetiefe im Vordergrund, sondern die direkte Kommunikation mit dem Überbewusstsein. Dieses entscheidet selbst, ob ein bestimmter Zustand notwendig ist – und welcher Zustand für die jeweilige Aufgabe den größten Nutzen bringt. Mit dem Simpson Protocol® können klassische Zustände wie Somnambulismus, Esdaile- oder Sichort-Zustand nicht nur erheblich schneller und zuverlässiger erreicht werden, sondern werden im Grunde zweitrangig. In vielen Fällen wählt das Überbewusstsein direkt und eigenständig den optimalen Bewusstseins- oder Trancezustand, um ein Thema auf der geeignetsten Ebene zum höchsten Wohle des Klienten zu lösen – und bringt das innere System auch gleich in diesen Zustand. So ist am Ende nicht mehr wichtig, wie ein Zustand benannt wird – er ist dann einfach da.
Aus dieser modernen Perspektive heraus verlieren die alten starren Kategorien und Tiefen mehr und mehr an Bedeutung. Entscheidend ist nicht mehr, wie tief jemand geht, sondern dass das System genau den Zustand wählt, in dem die beste nachhaltige Veränderung möglich ist.

Als Certified Practitioner® des Simpson Protocol®, ausgebildet und zertifiziert u.a. direkt durch Ines Simpson, arbeite ich mit einem der modernsten Ansätze der heutigen Hypnosearbeit – einem Ansatz, der Tiefe nicht voraussetzt, sondern sie dort einfach entstehen lässt, wo sie gebraucht wird.
Hypnose als Dialog – wie der richtige Zustand in der Praxis entsteht
In der praktischen Arbeit stellt sich in der modernen Hypnose weniger die Frage nach der Tiefe als vielmehr eine andere, entscheidendere:
Wie aktiv ist das bewusste Denken des Klienten gerade?
Ein erfahrener Hypnotiseur arbeitet nicht mit festen Tiefenmodellen, sondern mit seiner Wahrnehmung. Wenn das Bewusstsein noch kommentiert, überprüft oder versucht, das Gesagte einzuordnen, zeigt sich das deutlich – in Sprache, Atem, Pausen oder im inneren Mitlaufen des Verstandes. In solchen Momenten kann eine Vertiefung sinnvoll sein, nicht um Tiefe zu erreichen, sondern um diese innere Prüfbewegung zu beruhigen.
Fehlt diese innere Bewertung hingegen und kommen Antworten klar, stimmig und ungefiltert, reicht oft bereits eine leichte Trance vollkommen aus. Der perfekte Zustand ist dann bereits vorhanden – unabhängig davon, wie er benannt wird.
Diese feinen Unterschiede lassen sich nicht messen, wohl aber wahrnehmen – auch online. Hypnose braucht keine physische Nähe, sondern Aufmerksamkeit, Erfahrung und Beziehung, die ebenso in einer Zoom-Videokonferenz vollständig vorhanden sind. -> Erfahre hier mehr zu den Vorteilen von Online-Hypnose.
Ein typisches Beispiel aus der Praxis: Manchmal genügt es, einen Klienten nach der Schilderung seines Themas zu bitten, kurz die Augen zu schließen und sich innerlich zwischen zwei Möglichkeiten zu entscheiden – ohne Nachdenken, ohne Abwägen. Wenn die Antworten anschließend unmittelbar und kohärent kommen, ist der Zugang bereits da. Dann braucht es keine lange Einleitung, sondern lediglich eine sanfte Fokussierung. Ich persönlich achte auf feine Zeichen und Hinweise und wechsele in meinen Sitzungen oft auch ganz spontan zwischen klassischen Verfahren und dem Simpson Protocol®.
Genau hier zeigt sich auch der Unterschied moderner Hypnosearbeit: Sie folgt keinem starren Protokoll, sondern versteht Hypnose als Dialog mit dem inneren Zustand des Menschen. Tiefe entsteht dabei nicht als Ziel, sondern als Folge von Sicherheit, Vertrauen und passender Führung.
Moderne Ansätze wie das Simpson Protocol® tragen dieser Sichtweise Rechnung, indem sie dem inneren System die Wahl des optimalen Zustands überlassen, statt eine bestimmte Hypnosetiefe vorzugeben.
Wie Räume und Metaphern die innere Sicherheit zusätzlich festigen
In der Hypnose arbeiten wir – unabhängig von der Hypnosetiefe – häufig auch mit inneren Räumen. Mit Zimmern, Kulissen, Orten. Ein Raum hat eine Tür. Diese Tür kann geschlossen werden. Und in diesem Raum gilt eine klare Regel: Nichts geschieht ohne Zustimmung.
In solchen Räumen können innere Anteile, Probleme oder auch belastende Erinnerungen erscheinen – aber immer geschützt. Manchmal trennen wir den Klienten und das Problem durch eine imaginäre Panzerglasscheibe. Das Problem ist sichtbar, aber machtlos. Es kann nichts sagen, was nicht gehört werden soll. Fragen werden gezielt gestellt, Antworten gefiltert, ihre Wirkung abgeschwächt.
Es geht dabei nie darum, etwas wegzudrücken oder kleinzureden. Es geht um Integration, die jedoch durch den Hypnotiseur dosiert und gesteuert wird. Worte dürfen da sein – aber sie verlieren durch Steuerung ihre Macht. Sie dürfen durch uns hindurchfließen, ohne uns zu verletzen.
Besonders in der Vergebungsarbeit zeigt sich diese Qualität der Trance. Vergebung bedeutet nicht, Unrecht zu relativieren. Unrecht bleibt Unrecht. Vergebung bedeutet, für sich selbst die Verbindung zu kappen – um frei zu werden. Auch Selbstvergebung kann in solchen geschützten Räumen stattfinden, oft in der Begegnung mit sich selbst, etwa vor einem inneren Spiegel. Während das Bewußtsein sich oft gegen einen Vergebungsprozess sperrt, ist unser Geist in Hypnose gerne bereit dazu.
Showhypnose – und warum sie nichts über therapeutische Hypnose aussagt
Wenn wir über Hypnosetiefen sprechen, darf ein Bereich der Hypnose natürlich nicht ausgeklammert werden, vor allem, wenn er so populär ist wie die Showhypnose.
In der Showhypnose werden Menschen auf die Bühne geholt, die genau das erleben wollen. Sie werden ausgewählt, vorbereitet, oft vorhypnotisiert und sehr gezielt durch einen Prozess geführt, der dem restlichen Publikum verborgen bleibt. Dass Zitronen plötzlich wie Bananen schmecken oder Menschen Lieder singen und tanzen, bringt das Publikum zwar zum Staunen, sagt jedoch nichts über Hypnose als therapeutisches Werkzeug aus. Genauso wenig, wie James Bond-Filme etwas darüber aussagen, was Hypnose wirklich ist.
Solche Bilder tragen leider dazu bei, dass therapeutische Hypnose noch immer sehr mit Mythen behaftet ist, statt das Standing zu bekommen, das ihr zustehen würde. Auf der anderen Seite wäre es wenig sinnvoll, die Show-Hypnose oder Actionfilme dafür verantwortlich zu machen. Man kann sie genauso wenig verbieten, wie man Popmusik abschaffen könnte, nur weil man klassische Musik liebt. Beides existiert nebeneinander – mit völlig unterschiedlichen Absichten, Zielgruppen und Wirkungen.
Show-Hypnose unterhält, überrascht und lebt vom Effekt. Therapeutische Hypnose hingegen wirkt dort, wo Menschen nicht lachen wollen – sondern verstehen, lösen und verändern.
Am Ende ist es eine Frage der eigenen Intention: Möchte man sich von einer Showdarbietung berieseln lassen – oder tiefer eintauchen in die faszinierenden Möglichkeiten der ursachenorientierten Hypnose, die still, präzise und nachhaltig wirkt? Mein Fokus lag aus diesem Grund nie in der Bekämpfung all jener Mythen, sondern darauf, überall wo es mir möglich ist Aufklärung zu ermöglichen.
Dieses Blog, meine Workshops und auch jede einzelne Hypnose-Sitzung sind meine Einladung an all jene, die hinter die Kulissen schauen wollen – dorthin, wo Hypnose nicht spektakulär sein muss, um trotzdem hochwirksam zu sein.
Der wichtigste Punkt der Hypnose: Wo Mythen und Wahrheit sich berühren
Am Ende berühren sich Showhypnose und therapeutische Hypnose an einem einzigen, stillen Punkt:
Beide funktionieren – weil wir in Hypnose die Macht erhalten, uns selbst zu überzeugen.
In der Showhypnose überzeugen wir uns davon, dass eine Zitrone süß schmeckt, dass wir tanzen wollen oder eine Rolle spielen dürfen. Für einen Moment wird etwas Unwahres wahr – und genau darin liegt ihr Zauber. Er ist leicht, flüchtig und endet, sobald der Applaus verklungen ist.
In der therapeutischen Hypnose geschieht etwas anderes.
Hier überzeugen wir uns nicht von einer Illusion, sondern von etwas, das längst in uns angelegt ist. Von einer inneren Wahrheit, die im Alltag oft überlagert wird – von Angst, Zweifeln, Schutzmechanismen und alten Geschichten aus unserer Vergangenheit, die uns bis heute belasten.
Hypnose ist in beiden Fällen kein Kontrollverlust. Sie ist Zustimmung. Der Unterschied liegt nicht im Zustand, sondern in der Richtung: Ob wir uns für einen Moment einer Rolle hingeben – oder ob wir uns selbst wiederfinden!
Genau das ist in meinen Augen der Punkt, an dem Mythen und Wahrheit sich treffen: Hypnose wirkt nicht, weil jemand etwas mit uns macht. Sie wirkt, weil wir bereit sind, uns selbst zu glauben. Darin liegt ihre eigentliche Kraft.
Menschen, die zum ersten Mal die Wahrheit über Hypnose erfahren, sind oft überrascht. Danach neugierig. Dann erleichtert. Und schließlich ruhig. Sie erkennen, dass ihr Problem nicht ganz so unlösbar scheint, wie sie dachten. Auch, dass Hypnose kein Kontrollverlust ist, sondern ein Zustand, in dem sie sich selbst begegnen können – ohne Filter.
Das Gefühl von Sicherheit und von Vertrauen in die Hypnose entsteht nicht mit einem magischen Satz – und niemals erst kurz vor der Sitzung. Es ist ein aufbauender Prozess im Vorfeld, der getragen ist von ehrlicher Aufklärungsarbeit und dem Vertrauen in den Menschen, mit dem man letztendlich zusammenarbeiten möchte.
Denn Hypnose ist nebst allem ein freiwilliger Prozess. Niemand kann in Hypnose gehen, der sich dagegen sperrt.
Das große Wunder der Hypnose ist also nicht, dass jemand überzeugt wird – sondern dass wir uns selbst überzeugen dürfen. Hypnose ist der Zustand, in dem unsere eigenen neuen Überzeugungen vorbehaltlos auf uns wirken können. Ohne innere Schutzmechanismen. Ohne Abwehr. Ohne Angst.
Und das funktioniert nur mit unserem vollen Vertrauen – sowohl in den Prozess als auch in unseren Hypnotiseur, mit dem wir zusammenarbeiten. Mehr braucht es aber auch nicht.
Genau das ist das kraftvolle Geheimnis der Hypnose.
Erzähl es gerne weiter, wenn Du es gerade fühlst.
—
Stefan Randa
- James Esdaile – „pain-free“ surgery – https://en.wikipedia.org/wiki/James_Esdaile ↩︎
- Walter A. Sichort untersuchte verschiedene tiefe Hypnosezustände mit seinen Assistenten und legte damit den Grundstein für das, was später als Ultra Depth®-Prozess bekannt wurde. Sein Schüler James Ramey hat diese Erforschung später weiterentwickelt – https://www.hypnosis.org/hypnosis-news-and-research/what-is-ultra-depth-and-what-can-you-do-with-it/ ↩︎
- Der Ultra Depth®-Prozess wurde Mitte der 1960er Jahre von Walter A. Sichort, Sr. entdeckt und gilt als erweiterter hypnotischer Tiefenzustand jenseits des klassischen Somnambulismus. Ultra Depth® umfasst die Esdaile, Sichort und ZED-Zustände der Hypnose – https://www.hypnosis.org/hypnosis-news-and-research/what-is-ultra-depth-and-what-can-you-do-with-it/ ↩︎





